Nach schweren Regenfällen hat sich die Lage in Katalonien am Sonntag langsam entspannt. Straßen und Keller standen unter Wasser, Bahnverbindungen fielen aus, Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. In Tordera nördlich von Barcelona starb ein Mann auf einem Campingplatz, nachdem eine Mauer eingestürzt war. In Montornès del Vallès wurde ein weiterer Mann tot in einem überfluteten Parkhaus gefunden. In Pineda de Mar suchten Einsatzkräfte nach einem Mann, der von der Strömung eines Wasserlaufs mitgerissen worden sein soll. Erst vor wenigen Tagen gab es starke Regenfälle an der spanischen Mittelmeerküste.
Mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter
Besonders betroffen waren Barcelona, Granollers, Mataró und Cabrils. Nach Angaben des katalanischen Wetterdienstes Meteocat fielen örtlich mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Barcelona und das Umland erlebten den regenreichsten Samstag seit mindestens 20 Jahren. Auch der Fluss Besòs führte Hochwasser. Laut EFE wurden bei Santa Coloma de Gramenet zeitweise rund 520 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen.
Bis Sonntagnachmittag registrierte der katalanische Notruf mehr als 7600 Anrufe. Die Feuerwehr rückte zu knapp 2500 Einsätzen aus. Zahlreiche Straßen waren gesperrt, darunter wichtige Verkehrsachsen in den Provinzen Barcelona und Girona. Auch der öffentliche Verkehr war betroffen: Auf mehreren Metrolinien in Barcelona kam es zu Unterbrechungen, im Regionalbahnnetz Rodalies wurden Strecken gesperrt. Der Verkehr wurde im Laufe des Sonntags schrittweise wieder aufgenommen.
Flugausfälle und Warnungen
Am Flughafen Barcelona-El Prat wurden nach Angaben des katalanischen Katastrophenschutzes am Wochenende 385 Flüge gestrichen. EFE berichtete von 220 Ausfällen am Samstag und 165 am Sonntag. Die katalanische Regierung hatte für mehrere Landkreise zeitweise Bewegungseinschränkungen verhängt und Warnungen über das System Es-Alert verschickt. Ein Großteil der Maßnahmen wurde am Sonntag wieder aufgehoben.
In Barcelona blieben Parks und Grünanlagen zunächst geschlossen. Schulen sollten vor der Öffnung auf mögliche Schäden überprüft werden. Am Sonntag ließ der Regen nach. Die Behörden warnten dennoch weiter vor Hochwasser und überfluteten Gebieten.
