Trump droht Iran, USA verkaufen Kampfjets an Saudi-Arabien

Im Nahen Osten könnte das neue Verteidigungsbündnis zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan die Kräfteverhältnisse im Krieg gegen Iran verändern. Unterdessen erreichen die Kämpfe im Jemen und die Angriffe auf Saudi-Arabien eine neue Intensität.

Am 16. September 2026 versammelten sich Gläubige und Pilger um die Kaaba, das heiligste Heiligtum des Islam, im Komplex der Großen Moschee in Mekka, Saudi-Arabien. (Foto: AFP)
Am 16. September 2026 versammelten sich Gläubige und Pilger um die Kaaba, das heiligste Heiligtum des Islam, im Komplex der Großen Moschee in Mekka, Saudi-Arabien. (Foto: AFP)

Washington/Jerusalem. Die US-Regierung hat den möglichen Verkauf von 48 F-35A-Kampfjets an Saudi-Arabien gebilligt. Das geplante Rüstungspaket hat einen Wert von bis zu 24,3 Milliarden Dollar und umfasst neben den Flugzeugen 49 Triebwerke, Kommunikationsausrüstung, Ersatzteile, Ausbildung und weitere Unterstützung. Das US-Außenministerium informierte den Kongress über das Vorhaben. Ein endgültiger Vertrag ist damit noch nicht geschlossen. Nach Angaben Washingtons soll das Geschäft Saudi-Arabiens Fähigkeit stärken, gegen gegenwärtige und künftige Bedrohungen vorzugehen, wie Axios berichtete.

US-Präsident Donald Trump hatte die Lieferung bereits im November 2025 grundsätzlich angekündigt. Trump billigte damals ein größeres Rüstungspaket einschließlich künftiger F-35-Lieferungen, erklärte das Weiße Haus in einer offiziellen Mitteilung. Washington und Riad unterzeichneten zugleich ein strategisches Verteidigungsabkommen.

Israel warnt vor Verlust der Luftüberlegenheit

In Israel gibt es sicherheitspolitische Bedenken. Die israelische Luftwaffe legte der politischen Führung bereits im November 2025 eine formelle Stellungnahme gegen den Verkauf vor und warnte davor, dass F-35 in saudischen Händen Israels Luftüberlegenheit in der Region beeinträchtigen könnten, berichtete die Times of Israel. Israel ist bislang der einzige Staat im Nahen Osten, der die F-35 einsetzt.

Die israelische Regierung verweist zugleich auf die amerikanische Verpflichtung, Israels qualitativen militärischen Vorsprung zu erhalten. Dieser sogenannte Qualitative Military Edge ist im US-Recht verankert. Auch nach der grundsätzlichen Zustimmung Washingtons blieben in Israel Zweifel, ob dieser Vorsprung bei einer Lieferung an Saudi-Arabien dauerhaft gesichert werden könne, berichtete die Times of Israel.

Saudi-Pakt mit Türkei und Pakistan

Der Verkauf würde die saudischen Streitkräfte in einer Phase wachsender regionaler Spannungen deutlich aufrüsten. Saudi-Arabien hat zugleich seine militärische Zusammenarbeit mit der Türkei und Pakistan ausgeweitet. Die drei Staaten schlossen im August 2026 ein gemeinsames Verteidigungsabkommen, das gegenseitigen militärischen Beistand vorsieht. Trump begrüßte den Pakt und bezeichnete ihn als einen „großen, mutigen und wichtigen ersten Schritt“, wie World News Monitor berichtete. Pakistan erklärte, die Vereinbarung sei defensiv und richte sich gegen keinen bestimmten Staat.

Eine künftige saudische F-35-Flotte würde damit nicht nur die eigenen Luftstreitkräfte modernisieren, sondern auch das militärische Gewicht eines Staates erhöhen, der inzwischen enger in ein regionales Verteidigungsnetz mit der Türkei und Pakistan eingebunden ist.

Neue Eskalation im Jemen

Die Entscheidung über die F-35 fällt zugleich vor dem Hintergrund erneut verschärfter Kämpfe im Jemen. Die von Iran unterstützten Huthis haben ihre Offensive gegen die von Saudi-Arabien gestützten Regierungstruppen entlang der Küste des Roten Meeres ausgeweitet und zuletzt ihre größten Geländegewinne seit Jahren erzielt. Gleichzeitig verstärkten sie ihre Angriffe auf Saudi-Arabien und griffen unter anderem Ölinfrastruktur und andere Ziele an. Mehr als 125.000 Menschen wurden durch die jüngsten Kämpfe vertrieben, berichtete Associated Press.

Auch auf saudischem Gebiet haben die Angriffe Folgen. Bei einem abgefangenen Huthi-Drohnenangriff kamen in der Provinz Taif Trümmerteile herunter und töteten einen Menschen. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, berichtete Associated Press. Saudi-Arabien bemüht sich zugleich um zusätzliche militärische Unterstützung von Partnerstaaten, während seine Bestände an Abfangraketen unter Druck geraten.

Trump spricht von „großer Entscheidung“

Parallel dauert der Krieg zwischen den USA und Iran an. Trump steht nach eigenen Angaben vor einer „großen Entscheidung“, ob die USA erneut massive Angriffe beginnen sollen. „Do I want to go in and annihilate them or do I not?“, sagte Trump laut Axios. Die Formulierung „the Iranian regime“ stammt nicht aus dem wörtlichen Trump-Zitat, sondern wurde von Axios in eckigen Klammern eingefügt, um den Bezug von „them“ zu erläutern.

Trump kündigte zugleich Beratungen mit den Staats- und Regierungschefs von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Kuwait und Oman über das weitere Vorgehen im Iran-Krieg an.

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