Chinesischer Gründer: Noch viele Hindernisse bis zum Einsatz humanoider Roboter

Der chinesische Unitree-Gründer Wang Xingxing sieht bis zum breiten kommerziellen Einsatz erhebliche Hürden. Der Marktforscher Gartner erwartet, dass bis 2028 weltweit weniger als 20 Unternehmen humanoide Roboter einsetzen werden.

Wang Xingxing, der Gründer von Unitree Robotics, auf der World Physical AI Conference 2026. (Foto: VCG)
Wang Xingxing, der Gründer von Unitree Robotics, auf der World Physical AI Conference 2026. (Foto: VCG)

Der chinesische Robotik-Unternehmer Wang Xingxing sieht humanoide Roboter kurz vor einem entscheidenden technologischen Durchbruch. Der Gründer von Unitree Robotics erklärte auf einer Branchenkonferenz in Hangzhou, die sogenannte Physical AI könne bereits innerhalb der kommenden ein bis drei Jahre ihren „ChatGPT-Moment“ erleben. Damit meint Wang den Punkt, an dem die Technologie den Sprung aus Forschung und Demonstrationen in eine breitere praktische Nutzung schafft, wie die Global Times berichtet.

Noch ist die Realität allerdings deutlich nüchterner. Zwar wurden 2025 weltweit bereits mehr als 18.000 humanoide Roboter ausgeliefert. Nach Angaben des Marktforschers IDC entfielen jedoch mehr als 85 Prozent der Einsätze auf Bereiche wie Vorführungen, Bildung, Datensammlung oder geführte Touren. Von einem breiten Einsatz in Fabriken und Lieferketten ist die Branche damit noch weit entfernt.

Wie begrenzt der tatsächliche kommerzielle Einsatz vorerst bleiben dürfte, zeigt eine Prognose von Gartner. Das Analysehaus erwartet, dass bis 2028 weltweit weniger als 20 Unternehmen humanoide Roboter in regulären Produktionsprozessen der Fertigung und Logistik einsetzen werden. Weniger als 100 Unternehmen dürften es demnach überhaupt schaffen, entsprechende Pilotprojekte über die Experimentierphase hinauszuführen.

Als wichtigste Hürden nennt Gartner fehlende Geschicklichkeit und Anpassungsfähigkeit, eine begrenzte Akkulaufzeit sowie hohe Kosten. Viele humanoide Roboter seien heute technisch beeindruckend, erfüllten aber noch nicht die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Produktivität und Wirtschaftlichkeit, die für einen dauerhaften Einsatz notwendig seien.

Auch Wang sieht genau an dieser Stelle die entscheidende Herausforderung. Roboter müssten künftig nicht nur laufen, springen oder vorgeführte Bewegungen ausführen können. Sie müssten unbekannte Umgebungen verstehen und auf einfache Sprach- oder Texteingaben hin selbstständig praktische Aufgaben erledigen können. Erst wenn das zuverlässig gelingt, dürfte aus dem derzeitigen Robotik-Boom ein breiter kommerzieller Markt werden.

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