Die für November in Abu Dhabi geplanten Gespräche sollen in einem trilateralen Format zwischen Russland, den USA und der Ukraine stattfinden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag zu Pressevertretern in Moskau..
Eine Beteiligung Europas könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, fügte er hinzu: „Nichts kann im Vorfeld ausgeschlossen werden. Die Gespräche, die wir derzeit besprechen und die für die erste Novemberhälfte in Abu Dhabi geplant sind, werden jedoch in einem trilateralen Format geführt“, so Peskow.
Zuvor war berichtet worden, dass es bei den Gesprächen um die Gewährleistung der Sicherheit Russlands und der Ukraine nach Erreichen des Friedens gehen solle. In diesem Zusammenhang könnte auch der Rahmen für europäische Sicherheit erörtert werden. In einem Vier-Punkte-Plan legt der Ökonom Jeffrey Sachs dar, wie ein solches Sicherheitskonzept strukturiert sein könnte.
Auf europäischer Seite haben sich zuletzt Norwegen und Finnland engagiert. Bundeskanzler Friedrich Merz hat dagegen vor einem weit über den Krieg gegen die Ukraine hinausgehenden russischen Einfluss auf Europa gewarnt. Im Interview mit Bloomberg bezeichnete er den „unterschätzten russischen Einfluss auf unsere Gesellschaften“ als seine größte Sorge. Russland versuche aus seiner Sicht, die politische Ordnung des europäischen Kontinents zu destabilisieren. Dabei gehe es nicht allein um militärische oder territoriale Ziele in der Ukraine, sondern auch um den Versuch, offene Gesellschaften, demokratische Institutionen und die europäische Einigung zu schwächen.
Deutschland unterstützt die Ukraine aktuell vor allem beim Ausbau der Produktion von Marschflugkörpern in der Ukraine. Einige Beobachter halten ein Mitwirken von Merz am Friedensprozess für möglich, andere halten es für notwendig.
Verhaftung eines Ukrainers in Brandenburg
Am Donnerstag wurde in Brandenburg ein Mann festgenommen, der verdächtigt wird, für einen russischen Nachrichtendienst spioniert zu haben.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen soll der 53-jährige ukrainische Staatsbürger aus der russisch besetzten Region Luhansk seit mindestens Juli 2025 Informationen gesammelt haben. Im Fokus standen angeblich deutsche und europäische Rüstungsunternehmen, die Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Explosivstoffen sowie Personal und militärische Einrichtungen an der NATO-Ostflanke. Die Ermittler gehen davon aus, dass er dabei gezielt Kontakte aus der Rüstungsbranche genutzt hat.
Österreich weist russische Diplomaten aus
Österreich weist aus Sicherheitsgründen vier russische Diplomaten aus, wie das österreichische Außenministerium am Freitag mitteilte.
Drei Mitglieder der russischen Botschaft sowie ein russischer Delegierter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), zuständig für militärische Sicherheit und Rüstungskontrolle, hätten „Aktivitäten durchgeführt, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar sind“, so das Ministerium.
Damit hat Österreich seit 2020 insgesamt 18 russische Diplomaten ausgewiesen.
