Biodiversität: Wer zahlt für den Schutz der Umwelt?

In Jerewan beraten Staaten über den weltweiten Schutz der Artenvielfalt. Im Zentrum stehen Finanzierung, Schutzgebiete und die Frage, warum viele der bis 2030 vereinbarten Ziele bisher nicht erreicht werden.

Vom 19. bis 30. Oktober findet in Armeniens Hauptstadt Jerewan die UN-Biodiversitätskonferenz COP17 statt. Erstmals wird umfassend geprüft, wie weit die Staaten mit dem 2022 beschlossenen Weltnaturabkommen gekommen sind.

Besonders groß ist die Lücke bei der Finanzierung. Laut Associated Press sollen bis 2030 jährlich 200 Milliarden US-Dollar für den Schutz der biologischen Vielfalt mobilisiert werden. Tatsächlich lagen die Mittel zwischen 2023 und 2025 jedoch nur bei etwa 75 bis 92 Milliarden Dollar pro Jahr. Für ärmere Länder wurden 2024 rund 19 Milliarden Dollar bereitgestellt; das vereinbarte Ziel für 2025 liegt bei 20 Milliarden Dollar.

Entscheidend ist die Umsetzung

Gebremst wird die Umsetzung vor allem durch fehlendes Geld und Streit darüber, wie stark wohlhabendere Staaten Entwicklungsländer beim Naturschutz unterstützen sollen. Gleichzeitig kommt auch der Abbau umweltschädlicher Subventionen nur langsam voran. Bis 2030 sollen Subventionen im Umfang von mindestens 500 Milliarden Dollar jährlich abgebaut oder reformiert werden. Nach AP haben bislang jedoch nur wenige Staaten konkret benannt, welche Förderungen sie streichen wollen.

Auch beim Flächenschutz reicht das derzeitige Tempo nicht. Bis 2030 sollen 30 Prozent der Land- und Meeresflächen geschützt werden. Nach der aktuellen UN-Bestandsaufnahme würden die bisherigen Zusagen jedoch nur für rund 26 Prozent der Landflächen und 12 Prozent der Meeresflächen reichen.

Die zentrale Frage der COP17 lautet deshalb nicht mehr, welche Ziele beschlossen werden sollen, sondern wie sie finanziert und tatsächlich umgesetzt werden können.

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